30. April- 16. Juli 2006:
Die Gute Stube im 19. Jahrhundert
Sonntagnachmittag in der „Guten Stube“: Die Kaffeetafel ist vorbereitet und
man wartet auf Verwandte oder gute Freunde, die sich zum Besuch angemeldet
haben – ein Bild, das zumindest brüchig geworden ist. Für rund zwei Jahrhunderte
jedoch war dies dieses die Regel in den bürgerlichen und bäuerlichen Familien
unserer Region.
Rund 200 Jahre alte Scherenschnitte, die im Ammerland und der weiteren nordwestdeutschen Region hergestellt worden sind, geben uns Auskunft über die frühen Jahre dieses Teils unserer Kulturgeschichte. Diese bildlichen Darstellungen sind die Grundlage einer neuen Ausstellung, die das Heimatmuseum Wiefelstede ab Sonntag zeigt.
Diese Scherenschnitte aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts zeigen uns detailliert all die Details der Wohn- und Kleidungskultur, die damals - zumindest in der ländlichen Oberschicht – dazu gehörten. In der Ausstellung werden nicht nur zahlreiche dieser Kunstwerke gezeigt, sondern auch alle die Dinge, die darauf abgebildet sind.
Dazu zählen auch die damals modernen, neuen Möbel, die auch auf dem Lande nicht fehlen sollten. Während in der ersten Hälfte des Jahrhunderts die Möbel des Biedermeiers vorherrschten, waren es danach Einrichtungen im Stil des „Historismus“. Als Beispiel hierfür findet sich in der Ausstellung u. a. eine vollständige Stube, die 1884 der aus Wiefelstede stammende Tischlermeister Hermann Diedrich Hinrichs gefertigt hat – in der Werkstatt an der „Krummen Straße“, die sein Sohn August Hinrichs im gleichnamigen Roman eindrucksvoll geschildert hat.
Gezeigt wird außerdem die damals gefragte moderne Kleidung aus der Zeit des Empire und der Gründerzeit ebenso, wie das damals begehrte Gebrauchsgeschirr für die neuen Errungenschaften Kaffee, Tee, Tabak oder Genever.
Die Ausstellung ist zu sehen bis zum 16. Juli sonnabends von 16-18 Uhr und sonntags von 14-18 Uhr.