Das Erbe der Sonnensucher  

                                                                Mosaik am WISMUT-Gebäude in Peitz

Auf den Spuren der WISMUT  - Eine Ausstellung von Ulrich Kropp  - 7. September - 12. Oktober 2008

Eine komplett neue Landschaft schufen in rund einem Jahrzehnt die Gestalter der Bundesgartenschau 2007 um das thüringische Ronneburg.
Was sie vorgefunden hatten, war eine geschundene Landschaft, eine der größten Umweltkatastrophen der Erde: Es war das Gelände des Urantagebaugeländes der WISMUT - für 40 Jahre die weltweit drittgrößte Abbaustelle für die Herstellung von Atomwaffen.
Der Ausstellungsmacher Ulrich Kropp ist der Geschichte dieses Stücks Heimat in Deutschland nachgegangen.

1945: Drei Wochen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges macht Stalin die Suche nach atomwaffenfähigem Uran zwischen Erzgebirge und Thüringer Schiefergebirge zur Chefsache. Als Sieger und Besatzer entdecken sowjetische Geologen 27 wichtige Uranerzlagerstätten. Eine der bedeutendsten wird jene nahe der kleinen thüringischen Stadt Ronneburg. Ein Geflecht aus Desinformation, Geheimnis, Glorifizierung und Propaganda wird mehr als vierzig Jahre über diesem Landstrich liegen.

Die Uranförderung für die Atombewaffnung der UdSSR war eine Antwort auf die Atombombenabwürfe der USA auf Hiroshima und Nagasaki:
Uran um jeden Preis zur Absicherung des nuklearen Gleichgewichts während des Kalten Krieges. Was jedoch für eine halbe Million Bergleute und ihre Familien Teil der eigenen Biografie war, bleibt für die meisten Besucher der Wismut-Region bis heute eine geheimnisvolle Terra incognita.

Die Vernachlässigung des Arbeitsschutzes und der Strahlenschutzmaßnahmen für die als “Sonnensucher” glorifizierten WISMUT-Bergleute sowie rigorose Eingriffe in die Umwelt der dicht besiedelten Regionen Sachsens und Thüringens kennzeichneten die Anfangsjahre des Wismut-Bergbaus, bis schließlich 1990 in der Folge des Niedergangs von DDR und Sowjetunion im Ronneburger Revier der Uranerzbergbau eingestellt wird. Wenige Monate später verpflichtet die Bundesregierung die neu gegründete WISMUT GmbH, alle Anlagen des Bergbaus und der Aufbereitungsbetriebe stillzulegen, zu demontieren und wegen der radioaktiven Kontamination zu sanieren.

Die Ausstellung portraitiert die Entstehung einer geschundenen Landschaft mit ihrer strahlenden Erblast mitten in Deutschland und damit eine der größten Umweltkatastrophen der Erde. Ulrich Kropp hat dieses Stück Heimatgeschichte in den historisch-politischen Zusammenhang gestellt. In einem umfangreichen Film-Begleitprogramm kommen auch die Menschen zu Wort, die mit Würde, Stolz und Trauer auf 40 Jahre ihres Leben zurückblicken: WISMUT-Bergleute und auch jene, die es auch zu DDR-Zeiten wagten, sich für den Umweltschutz einzusetzen.

Film-Begleitprogramm - Eintritt kostenlos